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Der Weihnachtsmarkt

Welch lustiger Wald um das hohe

Schloss

Hat sich zusammengefunden,

ein grünes, bewegliches Nadelgehölz,

von keiner Wurzel gebunden!

 

Anstatt der warmen Sonne scheint

Das Rauschgold durch die Wipfel;

Hier backt man Kuchen,

dort brät man Wurst,

das Räuchlein zieht um die Gipfel.

 

Es ist ein fröhliches Leben im Wald,

das Volk erfüllet die Räume;

die nie mit Tränen ein Reis gepflanzt,

die fällen am frohsten die Bäume.

 

Der eine kauft ein bescheidnes Gewächs

Zu überreichen Geschenken,

der andre einen gewaltigen Strauch,

drei Nüsse dran zu henken.

 

Dort feilscht um ein winziges Kieferlein

Ein Weib mit scharfen Waffen;

Der dünne Silberling soll zugleich

Den Baum und die Früchte verschaffen.

 

Mit rosiger Nase schleppt der Lakai

Die schwere Tanne von hinnen;

Das Zöpfchen trägt ein Leiterchen nach,

zu ersteigen die grünen Zinnen.

 

Und kommt die Nacht, so singt der Wald

Und wiegt sich im Gaslichtscheine;

Bang führt die ärmste Mutter ihr Kind

Vorüber der Zauberhaine.

Gottfried Keller

 

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